Das Projekt      Homophobie      aktiv in der Öffentlichkeit      aktiv in den Schulen      Unterricht und Projekte

Sachliteratur | Unterrichtsmaterial | Medien | Ideenkoffer | SchLAu-Workshops
   
Werden „Randgruppen“ in der Politik diskriminiert?  

Zusammenfassung
Fach Politik, Sozialwissenschaften, Gesellschaftslehre
Stufe ab Klasse 8 Zeit
Schlagworte politisches Verständnis, Vielfalt, Randgruppen, Integration
Überblick Über den Inhalt Kann ein schwuler Politiker in Deutschland ein politisches Spitzenamt bekleiden, gar Kanzler werden? Dies ähnelt der Frage, der sich einstmals Wolfgang Schäuble als Behinderter und später Angela Merkel als Frau ausgesetzt sahen, in anderer, verschärfter Form. Die Berliner haben mehrheitlich akzeptiert, dass ihr Bürgermeister schwul ist, dass er sich offensiv dazu bekennt und bei der Schwulenparade am Christopher-Street-Day vornweg marschiert.

Und sie finden es völlig selbstverständlich, dass der Wahlsieger Wowereit am Wahlabend öffentlich seinen Lebensgefährten in den Arm nimmt, ganz so, als sei dieser die First Lady der Stadt. Der Berliner im Allgemeinen ist schließlich stolz darauf, tolerant, liberal und weltoffen zu sein. Dabei war Klaus Wowereit sich da anfangs selbst gar nicht sicher. Gerade einmal fünf Jahre ist es her, da trat ein ziemlich unbekannter Berliner Landespolitiker an die Mikrofone eines SPD-Landesparteitages und bewarb sich nach dem Bruch der Großen Koalition in der Hauptstadt, bei seinen Parteifreunden mit einer holprigen Rede für die Kandidatur um das Amt des regierenden Bürgermeisters. Zum Schluss seiner Rede folgte jener inzwischen legendäre Satz, der Wowereit quasi auf einen Schlag bundesweit bekannt gemacht hat: „Ich bin schwul, und das ist auch gut so.“ Der Mut, den es brauchte, sich als erster deutsche Spitzenpolitiker offen zu seiner Homosexualität zu bekennen, dieser Mut schwang in diesem Moment in seiner Stimme mit.

Im Bund gelten schwule Politiker immer noch als wenig präsentabel, auch in der SPD, aber vor allem in den bürgerlichen Parteien. Die Vorbehalte sind in der Bundespolitik größer, der Ton rauer. Schon fragt die Bild- Zeitung (...) auf der ersten Seite „Wird Wowi der 1. schwule Kanzler?“, und dazu zeigt das Boulevardblatt ein Foto, auf dem sich Wowereits Lebensgefährte liebevoll an die Brust des Wahlsiegers schmiegt. Ein solches Bild gefällt nicht jedem, und manche Sozialdemokraten erörtern bereits besorgt, wie ein schwuler Kandidat wohl in traditionelleren sozialdemokratischen Milieus ankommen würde, bei der malochenden Kernwählerschaft im Ruhrgebiet etwa, auf dem Gewerkschaftsflügel oder auf dem Lande. Sind die Wähler dort genauso tolerant wie in Berlin?
Ziele Am Beispiel von Klaus Wowereit wird der Frage nachgegangen, ob ein schwuler Politiker Kanzler werden könnte. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich auch mit der Bedeutung von Politikern, die „Randgruppen“ angehören, sowie den Vorurteilen in der Gesellschaft und in politischen Parteien beschäftigen.
Quelle Cornelsen und DIE ZEIT: Arbeitsblätter- und Arbeitsmaterialien zu aktuellen Themen: Thema des Monats März 2007: Werden "Randgruppen" in der Politik diskriminiert?
Nach oben