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Frauen in Männerkleidern – Metamorphose bei Ovid  

Anleitung
Die Schülerinnen und Schüler lesen bei Ovid von der Verwandlung der als Junge aufgezogenen Iphis in einen biologischen Mann kurz vor ihrer/seiner Hochzeit mit Ianthe.
Im folgenden Unterrichtsgespräch thematisiert die Lehrerin bzw. der Lehrer Geschlechtercamouflage und Geschlechterverwandlung als literarisches Motiv.
In der Klasse werden mögliche Gründe erörtert, warum Frauen in der Geschichte Männerkleidung trugen und warum sie es heute tun.
Rekonstruktion der historischen Möglichkeit, mit Hilfe von Camouflage eine lesbische Beziehung zu leben.
Thematisieren von transgender aus heutiger Perspektive.

Hinweis:
Die wundersame Verwandlung der als Junge aufgezogenen Iphis in einen biologischen Mann kurz vor ihrer Hochzeit mit Ianthe ist eine der reizvollsten Metamorphosen in Ovids Weltepos. Sie kann gut vor dem Hintergrund der Unmöglichkeit lesbischer Liebe im Rom der frühen Kaiserzeit gelesen werden. Anhand des Textes lässt sich eine historische Möglichkeit, lesbische Beziehungen trotz gesellschaftlicher Ächtung zu leben, nämlich die der Camouflage, rekonstruieren. Es dürfte bis ins zwanzigste Jahrhundert (siehe Literaturhinweise unten) vorgekommen sein, dass Frauen durch das Anlegen von Männerkleidung und die Übernahme männlicher Verhaltensweisen als Männer gelebt haben, u.a. auch um ihre Liebe zu Frauen verwirklichen zu können.

Die vorliegende Anregung kann nicht die philologisch-didaktische Arbeit der
Textaufbereitung für die Lerngruppe ersetzen. Der Text, um den es hier geht, ist leicht
erreichbar und Schülerkommentare zu Ovids Werk werden in jeder Schule vorhanden sein oder sind leicht zu beschaffen. Hier kann es nur um die inhaltliche Einordnung des ausgewählten Gedichtteils gehen.
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