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Homosexuelle Eltern  

Anleitung
Die SuS lesen den kurzen Einstiegstext über die Regenbogenfamilie und den Text „Spätes Coming- out“ und beantworten die Fragen. Bei der Diskussion der Fragen sollte deutlich werden, dass lesbische Mütter oder schwule Väter ein Recht auf das Ausleben ihrer individuellen Neigungen haben, ein Verschweigen dieser sehr belastend sein kann und dass ihre sexuelle Orientierung und das Ausleben dieser den Bereich ihrer Privatsphäre betrifft. Es sollte deutlich werden, dass es nicht nur für die Kinder und Partner, die von der Homosexualität des betroffenen Elternteils erfahren, eine schwierige Situation ist, sondern der homosexuelle Elternteil ebenfalls sehr unter der Situation leiden kann. Auch sollte den SuS vermittelt werden, dass letztendlich das „Familienklima“ darüber entscheiden wird, wie die Auseinandersetzung mit dieser fundamentalen Veränderung im Leben einer Familie für die einzelnen Mitglieder verläuft. Das Maß an Fürsorge und Liebe, die etablierte Gesprächskultur ebenso wie die Qualität der Beziehungen untereinander sind wesentliche Ressourcen für das Verarbeiten eines Coming-outs eines Elternteils. Es könnte hilfreich sein, vorher das Arbeitsblatt „Wie entsteht lesbisch sein und warum werden manche Männer schwul“ zu behandeln.
Im Anschluss an den Text „Spätes Coming-out“ kann auch das Arbeitsblatt des Moduls „Meine Mutter liebt eine Frau“ behandelt werden, bei dem die SuS auf einen Leserbrief eines Jungen, dessen Mutter lesbisch ist, antworten müssen. Bei der Auswertung kann auf die vorherigen Diskussionsergebnisse zurückgegriffen werden.

Zu dem Erlebnisbericht des schwulen Vaters:
Bei Frage 1) sollte deutlich werden, dass das späte Coming-out nicht selten ist, da soziale Rollenerwartungen (eine Frau heiraten, Kinder kriegen,..) den eigenen Lebenslauf beeinflussen können und individuelle Neigungen erst später wahrgenommen werden.
Unter Frage 3) ist u.A. mit folgenden gängigen Vorbehalten und Vorurteilen seitens der Schülerinnen und Schüler zu rechnen: Lesben und Schwule sollten keine Kinder aufziehen, da: ihre Töchter zu männlich und ihre Söhne zu weiblich werden würden wegen fehlender „falscher“ Rollenmodelle; die Kinder erheblichen Schaden nehmen würden durch Diskriminierung; ihre Kinder sich aufgrund der homosexuellen Lebensform der Eltern von Gleichaltrigen zurückziehen und isolieren würden, us.w. Hier gilt es darauf hinzuweisen, dass all diese Stereotype hinlänglich widerlegt worden sind. Durchgeführte psychosoziale Studien attestieren lesbischen Müttern und schwulen Vätern umfassend eine angemessene Erziehungsfähigkeit und ihren Kindern eine gelungene emotionale, soziale und psychosexuelle Entwicklung.
Frage 4) zielt darauf ab den Schülern aufzuzeigen, dass Regenbogenfamilien vieles gemeinsam haben mit anderen Familien (Schulprobleme, finanzielle Angelegenheiten, Erziehungsfragen,…). Unterschiede finden sich u.A. in der rechtlichen (z.B. im Finanz- und Steuerrecht) und gesellschaftlichen Ungleichbehandlung von homo- und heterosexuellen Elternpaaren.

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