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Cigdem und Vera – Lesben und Schwule nichtdeutscher Herkunft  

Anleitung
Die Plakat-Aktion wurde 2005 initiiert von Miles, dem Zentrum für Migrant/innen, Lesben und Schwule des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg. Sie wird u. A. unterstützt von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport, der Berliner Polizei- Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen und wurde in Schulen, Jugendeinrichtungen und anderen öffentlichen Orten ausgehängt. Die Plakataktion richtet sich besonders an jungen Menschen und ihre Familien. Eine online-Version des Plakates findet sich unter http.//miles.lsvd.de/files/plakat-cigdem-a2.pdf. Dort können auch Druckexemplare in DINA-2-Format angefordert werden.
Zu 2)Es dürfte weitgehend Konsens darüber bestehen, dass nicht erkennbar ist, wer Cigdem und Vera sind. Dies ist ein guter Anknüpfungspunkt für Fragen zu Vorurteilen über das Aussehen von Lesben (z.B. alle Lesben trügen kurze Haare und sähen männlich aus).
Zu 3) Bei einem Austausch über die Motivation der Plakatmacher/innen können wiederum mögliche Vorurteile im Gespräch erörtert werden (wie z.B. dass es doch gar keine lesbischen Muslima gibt).
Zu 6) Die Fragen der SuS können auf Karteikarten geschrieben und an der Tafel gesammelt werden. Anschließend kann über die Fragen diskutiert werden oder gegebenenfalls eine Klärung der Fragen erfolgen.
Zu 7) In vielen Einwanderer-communities (auch muslimischen) ist Homosexualität stark tabuisiert, Vorurteile sind weit verbreitet. Die in Deutschland gesellschaftlich propagierte Toleranz gegenüber Homosexuellen hat viele Einwanderer-communities bisher noch kaum erreicht. Studien nehmen an, dass diese Familien eigene Strukturen haben. Junge Migrantinnen und Migranten akzeptieren im Allgemeinen die Werte und Normen ihrer Eltern, versuchen sie aber im Alltag doch immer wieder zu unterlaufen. Die Familie wird so zum Ort der Auseinandersetzung um Werte, Normen und Lebensstile. Die Sehnsucht nach den Freiheiten, die Schulkameraden und Freunde ganz selbstverständlich genießen, stellt die traditionellen Werte und die Autorität der Eltern auf eine harte Probe. Mädchen wie Jungen sind zwischen dem Wunsch nach einer selbstbestimmten Lebensführung und dem Wunsch, den Ruf der Familie nicht zu gefährden hin und her gerissen. Traditionelle Rollenerwartungen, vermeintlich religiöse Gebote und Angst führen dazu, dass im Alltag über Sexualität nicht gesprochen wird. Viel zu oft gelten Homosexualität und eine auch eine selbstbewusste Darstellung weiblicher Sexualität als eine Schande für die ganze Familie. Ein Outing auf Kosten familiärer Zusammenhänge scheint oft nicht möglich. Die persönliche, ökonomische und soziale Verbundenheit gegenüber der community ist einfach zu wichtig. Kommt es dann doch zu einem Outing, werden schwule und lesbische Migranten nicht selten durch ihre Familien unter Druck gesetzt. Dazu zählt die Drohung mit Sanktionen, wie z.B. einer Zwangsverheiratung oder dem Ausschluss aus der Familie (aus: Migration, S.18-19).
Sind in der Klasse SuS unterschiedlicher kultureller Herkunft kann man ihre Erfahrungen bezüglich des Umgangs mit dem Thema Homosexualität in der jeweiligen community ins Klassengespräch einbringen.
Rollenspiel: Das Rollenspiel verfolgt das Ziel verschiedene Sichtweisen über lesbische und schwule Migranten und Migrantinnen zu beleuchten und Argumentationsstrategien zu entwickeln. Nach dem Rollenspiel können folgende Fragen an die Spieler gestellt werden:
● Wie habe ich mich in meiner Rolle gefühlt?
● Fiel es mir leicht, Argumente für meine Rolle zu finden?
● Wie haben die Worte der anderen auf mich gewirkt?

Es bietet sich an mit dem Modul „ Homosexualität und Religion“ weiterzuarbeiten. Auch eine Kombination mit dem Modul „Coming-Out: was ist das und wie fühlt man sich dann? ist möglich.

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