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Infos kompakt
Glossar
Allgemeines
Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) – umgangssprachlich
auch Antidiskriminierungsgesetz genannt – ist ein deutsches
Bundesgesetz, das Benachteiligungen aus Gründen der „Rasse“, der
ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder
Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der
sexuellen Identität verhindern und
beseitigen soll.
Eine Diskriminierung kann unmittelbar (ein schwarzer Jugendlicher
wird nicht in die Diskothek gelassen) oder mittelbar (z.B. gute
Deutschkenntnisse sind Voraussetzung, obwohl sie für den Job nicht
gebraucht werden) sein. Ebenfalls als Diskriminierung gilt die
Belästigung (z.B. Mobbing) oder die sexuelle Belästigung (z.B.
Schwulenwitze).
Wenn gegen das Diskriminierungsverbot verstoßen wird, dann wird den
aufgrund der oben genannten Merkmale diskriminierten Personen durch
das Gesetz die Möglichkeit gegeben, vor Gericht Klage zu erheben.
Bereiche in denen Diskriminierung und der Schutz dagegen eine Rolle
spielen sind Ausbildung und Beruf: hier sind alle Merkmale
gleichermaßen geschützt sowie Mietangelegenheiten, Abschluss von
Geschäften etc.: hier genießen Menschen, die aufgrund ihrer
Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert werden den weitestgehenden
Diskriminierungsschutz während andere Merkmale nur unter bestimmten
Bedingungen geschützt sind. Zurück zur Übersicht.
Androgyn
Dieser Begriff bezeichnet ein Aussehen, ein Verhalten oder einen
Kleidungsstil, der häufig nicht eindeutig einem Geschlecht
zugeordnet werden kann; so werden männliche und weibliche Merkmale
vereint. Wenn unklar ist, ob das Gegenüber ein Mann oder eine Frau
ist, führt dies meist Verunsicherung oder Irritation. Dies macht
deutlich, wie sehr in den einengenden Kategorien „männlich“ und
„weiblich“ gedacht wird. Auf der anderen Seite eröffnet es
androgynen Menschen die Möglichkeit, mit den unterschiedlichen
Kategorien zu spielen. Zurück zur Übersicht.
Bisexuell
Als bisexuell (nach der lat. Vorsilbe bi- für zwei) lassen sich
Personen bezeichnen, die sexuelles Interesse und/oder Liebe für
Personen beiderlei Geschlechts empfinden. Bisexualität gilt, wie
Homosexualität
und
Heterosexualität, als sexuelle
Identität. Zurück zur Übersicht.
CSD (Christopher Street Day)
Am Christopher Street Day feiern und demonstrieren
Lesben,
Schwule,
Bisexuelle und
Transgender mit Paraden und Straßenfesten weltweit für
Anerkennung und Gleichberechtigung (In sehr vielen Ländern ist dabei
allerdings die Bezeichnung Gay Pride üblich, in Österreich spricht
man von der Regenbogenparade). Der CSD erinnert an den sog.
Stonewall-Aufstand im Jahr 1969 in der New Yorker Christopher
Street, bei dem sich Lesben, Schwule und Transsexuelle gegen die
Polizeiwillkür und -gewalt erfolgreich zur Wehr setzten.
Finden die CSDs in den deutschen Städten auch bei der „breiten“,
heterosexuellen Bevölkerung großen Anklang, sind ähnliche
Veranstaltungen z.B. in Warschau immer wieder Zielscheibe
gewaltsamer homophober Angriffe, oder
werden sogar offiziell verboten. Zurück zur
Übersicht.
Coming-out (engl.
herauskommen)
Mit Coming-out wird ein individueller Prozess bezeichnet, in dem
Menschen feststellen, dass sie lesbisch,
schwul,
bisexuell oder trans*
sind und anderen mitteilen. Der Begriff Coming-out deutet an, dass
hier eine immer schon da gewesene sexuellen Identität offen gelegt
wird. Dies mag in der Tat den Erfahrungen vieler Personen
entsprechen, die sich selbst schon lange als z.B. lesbisch oder
schwul betrachten (ihr „inneres Coming-out“ also hinter sich haben),
aber aufgrund einer homophoben Umgebung
den Schritt des „äußeren Coming-Out“ nicht wagen bzw. nicht wagen
können. In der heteronormativen
Gesellschaft, in welcher
Heterosexualität i.d.R. vorausgesetzt wird, bleibt das
Coming-out jedoch kein einmaliges Ereignis: Bei jeder neuen
Begegnung steht die Frage im Raum, ob bzw. wie die eigene
Homosexualität thematisiert werden soll.
Zurück zur Übersicht.
Gender
Der Begriff Gender bezeichnet das soziale Geschlecht einer
Person im Unterschied zum biologischen Geschlecht (engl. sex). Der
Begriff wurde aus dem Englischen übernommen, um auch im Deutschen
die Unterscheidung zwischen sozialem (gender) und biologischem (sex)
Geschlecht treffen zu können, da das deutsche Wort Geschlecht in
beiden Bedeutungen verwendet wird. Das biologische Geschlecht
bezieht sich auf die körperlichen Geschlechtsmerkmale. Das soziale
Geschlecht hingegen ist unabhängig vom Körper zu sehen und ist eher
ein Produkt dessen, was die jeweilige Kultur und das jeweilige
Umfeld in dem wir leben für „männlich“ und „weiblich“ hält. Das
soziale Geschlecht wird erlernt und durch das Zusammenleben mit
anderen, die dieselbe Auffassung von Geschlecht teilen, immer wieder
bestärkt.
Das soziale Geschlecht äußert sich zum Beispiel darin, welche
Kleidung für eine Frau / einen Mann für akzeptabel gehalten wird und
somit von den Menschen des entsprechenden Geschlechtes überwiegend
getragen wird. Auch wird das Verhalten eines Menschen häufig in
„männlich“ oder „weiblich“ eingeteilt. Die Loslösung des
biologischen Geschlechtes von der sozialen Rolle zeigt, dass das,
was als „männlich“ oder „weiblich“ gilt, nicht durch die Biologie
bestimmt ist, sondern je nach Kultur, Gesellschaft und Zeit
unterschiedlich sein kann. Zurück zur
Übersicht.
Geschlechtsidentität
Der Begriff bezeichnet das innere, zumeist sichere Gefühl über
die eigene Geschlechtszugehörigkeit als Frau, Mann oder als anders /
dazwischen stehend / sowohl als auch / weder noch / einem dritten
oder vierten Geschlecht zugehörig. Zurück zur
Übersicht.
Heterosexuell (griech.: heteros = der andere, lat.: sexus =
Geschlecht)
Als heterosexuell lässt sich Liebe, erotisches Interesse
und/oder sexuelles Begehren bzw. Verhalten bezeichnen, welches auf
Personen des anderen Geschlechts gerichtet ist. Heterosexualität
bezeichnet dementsprechend eine
sexuelle Identität. Siehe auch
Heteronormativität. Zurück zur Übersicht.
Heteronormativität
Dieser Begriff bezeichnet eine Weltanschauung und eine
gesellschaftliche Ordnung, in der Menschen ganz selbstverständlich
davon ausgehen, dass es nur zwei Geschlechter gibt, dass sich alle
Menschen
heterosexuell entwickeln und dass sich nur Männer und Frauen als
Paar zusammenfinden (dürfen). So wird Heterosexualität in dieser
Gesellschaft als „Standard“ angesehen und es wird nicht hinterfragt
oder erforscht, welche psychologischen oder biologischen Ursachen
vorliegen, dass Menschen sich heterosexuell entwickeln. Mit dieser
Norm werden sowohl der Alltag und das soziale Handeln als auch die
gesellschaftlichen Institutionen und die gesamte Wissensordnung
strukturiert.
Durch diese Sichtweise bleibt wenig Platz für Akzeptanz anderer
Lebensformen, da Homo-/Bi- und Transsexualität als eine Abweichung
aufgefasst wird, die es zu erklären gilt, oder die sogar abgelehnt
wird. Zurück zur Übersicht.
Homophobie
Dieser Begriff umschreibt alle negativen Einstellungen gegenüber
Lesben, Schwulen und
Bisexuellen, die sich in Vorurteilen und
Abwertung, der Befürwortung von Diskriminierung bis hin zur eigenen
Diskriminierung oder Gewaltausübung äußern können.
Auch wenn der Begriff „Phobie“ auf Angst als Ursache von
feindseligen Einstellungen gegenüber homosexuellen Menschen
verweist, hat Homophobie keine Gemeinsamkeiten mit einer klassischen
Angststörung wie z.B. Spinnen-Phobie oder Klaustrophobie.
Während bei Jugendlichen durchaus Angst vor eigenen noch ungeklärten
Persönlichkeitsanteilen eine Ursache von Homophobie darstellen kann,
ist Homophobie wie Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus v.a. in
seiner sozialen, gesellschaftlichen und politischen Dimension zu
sehen.
Als Ursache für Abwehr und Hass gilt deshalb vor allem die
Wahrnehmung, dass Lesben und Schwule durch ihren Lebensentwurf von
der sozialen Norm eines polaren und dualen, ausschließlich auf
Heterosexualität ausgerichteten Geschlechtersystems abweichen.
Die gesellschaftliche Abwertung von Lesben und Schwulen wird zudem
durch Vorurteile legitimiert, die durch eine lange Geschichte
gesellschaftlicher und staatlicher Verfolgung (hier insbesondere die
NS-Zeit und die Strafverfolgung in der Nachkriegszeit) gestützt
wurden. In vielen Gesellschaften wurde und wird Homosexualität immer
noch als „krankhaft“ und „unnormal“ bekämpft. Dies führt dazu, dass
Menschen Angst haben, ihre eigene Homosexualität zu entdecken oder
für homosexuell gehalten zu werden. Hier spricht man von
„verinnerlichten Homophobie“, die häufig Grundlage für ein
schwieriges Coming-Out
ist. Zurück zur Übersicht.
Homosexuell
(griech.: homoios = gleich)
Entsprechend dem Begriff der
Heterosexualität wird Homosexualität als
sexuelle Identität bezeichnet. Der
Begriff homosexuell drückt die Liebe, erotisches Interesse und/oder
sexuelles Begehren bzw. Verhalten zu einer Person des eigenen
Geschlechts aus. Die Ausdrücke schwul bei
Jungen und lesbisch bei Mädchen haben sich
im alltäglichen Sprachgebrauch durchgesetzt. Durch den Begriff der
Homosexualität wird die schwul-lesbische Lebensweise von Frauen und
Männern zusammengefasst.
Homosexuelles Verhalten gibt es schon seit vielen Jahrhunderten,
ebenso lange gibt es verschiedene Wörter, mit denen versucht wurde
die sexuelle Ausrichtung auf das gleiche Geschlecht zu beschreiben.
Das Wort selbst wurde ohne Angabe von Gründen zum ersten Mal 1868 in
einer Schrift des ungarischen Arztes Magnus Hirschfeld und des
Schriftstellers Karoly Maria Kertbeny-Benkert benutzt.
Zurück zur Übersicht.
Homo-Ehe
Der Begriff „Homo-Ehe“ bezeichnet diverse rechtliche und
religiöse Verbindungen gleichgeschlechtlicher Partner und ist der
umgangssprachliche Ausdruck für die Eingetragene
Lebenspartnerschaft.
Die Eingetragene Lebenspartnerschaft als Homo-Ehe zu bezeichnen ist
jedoch irreführend, da die Eingetragene Lebenspartnerschaft der Ehe
nicht gleichgestellt ist. So gibt es z.B. gravierende
Benachteiligungen im Steuerrecht. Auch gilt das
Lebenspartnerschaftsgesetz nur in Deutschland, andere Länder wählen
sowohl eine andere Bezeichnung als auch andere rechtliche Inhalte.
Weltweit gibt es erhebliche Unterschiede im Umgang mit der Homo-Ehe.
Sie reichen von „erlaubt und toleriert“ bis hin zu „verboten, mit
lebenslänglicher Freiheits- oder der Todesstrafe geahndet.“
Die Eingetragene Lebenspartnerschaft in Deutschland ist eine
rechtliche Institution, die es durch das Inkrafttreten des
Lebenspartnerschaftsgesetzes am 1. August 2001 (LPartG)
gleichgeschlechtlichen Paaren ermöglicht, ihre Beziehung vor dem
Staat abzusichern. So erwerben die Lebenspartener_innen
Unterhaltsanspruch, Zeugnisverweigerungsrecht vor Gericht, erhalten
als Erb_innen einen Pflichtteil und werden sozialrechtlich – also im
Bezug auf Rente, staatliche Zuwendungen, Familienversicherung mit
berücksichtigt. Dies entspricht den Vorgängen die aus einer
Eheschließung resultieren.
Die Eingetragene Lebenspartnerschaft wird wie eine Ehe auch beim
örtlichen Standesamt beantragt und im Rathaus oder an einem von der
Stadt angebotenen Ort geschlossen. Zurück zur
Übersicht.
Intersexualität
Als Intersexuelle bezeichnen sich Personen, der Körper sowohl
„männliche“ als auch „weibliche“ Geschlechtsmerkmale aufweisen. In
Übereinstimmung mit der deutschen Rechtsordnung werden diese
Menschen meist kurz nach der Geburt von Mediziner/innen und Eltern
mittels Operationen, Hormongabe und Erziehung in eines der beiden
Geschlechter „Frau“ oder „Mann“ gezwungen. Diese medizinische Praxis
und das gesellschaftliche Zwei-Geschlechter-System werden von
zahlreichen Intersexuellen kritisiert, da sie zu großen psychischen
Belastungen führen. Intersexualität ist keine
sexuelle Identität und muss auch
von Transsexualität unterschieden
werden. Der Begriff Zwitter wie auch Hermaphrodit wird von
Intersexuellen ebenfalls als Selbstbezeichnung verwendet.
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Lesbisch
Als lesbisch wird die gleichgeschlechtliche Liebe und Sexualität
zwischen Frauen bezeichnet. Der Begriff bezieht sich auf die
griechische Insel Lesbos; dort lebte im 6.Jh. v. Chr. die Dichterin
Sappho, die in ihren Gedichten die Liebe zwischen Frauen besang. Das
Wort ‚lesbisch‘ ist seit ca. 1890 in der deutschen Sprache
gebräuchlich. War ‚lesbisch` ursprünglich ein
homophobes Schimpfwort, erfuhr es durch die Frauen- und
Lesbenbewegung der 1960er / 70er Jahre eine positive Umdeutung. Es
wurde zur selbstbewussten Eigenbezeichnung, die sich heute in der
deutschen Sprache durchgesetzt hat und auch in den offiziellen
Sprachgebrauch vorgedrungen ist.
Trotz der selbstbewussten Nutzung des Wortes wird ‚lesbisch‘ ebenso
wie ‚schwul’ häufig nicht als gleichwertige
sexuelle Identität angesehen,
sondern abwertend und somit diskriminierend verwendet (z.B.
Kampflesbe). Zurück zur Übersicht.
LGBT
Ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung für
Lesbian, Gay, Bisexual und Trans* (dt: LSBT
Lesben, Schwule,
Bisexuelle und Trans*).
Sie wird benutzt, wenn sich alle diese Gruppen angesprochen fühlen
sollen und mitgemeint sind, z.B. bei der Einladung zu einer Party,
einem Workshop oder in einem Zeitungsartikel.
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Queer
Der Begriff „queer“ kommt aus dem Englischen und bedeutet
wortwörtlich übersetzt “seltsam, verrückt, abweichend“. Er bezieht
sich auf Dinge, Personen oder Handlungen, meint sowohl eine
bestimmte Gruppe als auch einzelne Personen und ist ein Sinnbild für
alles, was von der Norm abweicht. Ursprünglich wurde „queer“ als
Schimpfwort verwandt. Dann haben sich ebenjene Gruppen, die im
negativen Sinne als „queer“ bezeichnet wurden, das Wort angeeignet.
Daher wird das Wort als Oberbegriff für und von den Personen
verwandt, die sich als schwul, lesbisch, bi, trans* und
intersexuell, aber auch heterosexuell bezeichnen, jedoch nicht der
gängigen Geschlechtsnorm entsprechen. Wie weit der Begriff gefasst
ist, wer also alles mitgemeint wird, hängt davon ab, was von der
jeweiligen Person darunter verstanden wird. Die Idee hinter „queer“
ist, dass der Zwang zu
heteronormativem Verhalten und Denken hinterfragt und aufgelöst
wird. Jede und jeder sollte so leben können, wie sie oder er leben
möchte und glücklich ist. Zurück zur Übersicht.
Regenbogenflagge
Die Regenbogenflagge mit den Farben
rot-orange-gelb-grün-blau-violett, die der amerikanische Künstler
Gilbert Baker 1978 entworfen hat, ist ein international verbreitetes
Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung. Die verschiedenen Farben
drücken die Vielfalt homosexueller Lebensweisen aus.
Die Regenbogenflagge war das neue, positiv besetzte Symbol der
lesbischen und schwulen Gemeinschaft und löste das aus der Nazizeit
stammende Rosa Dreieck ab. Mit diesem Dreieck wurden Schwule in
Konzentrationslagern gekennzeichnet.
Die Regenbogenflagge findet sich in Form von Aufklebern auf Autos,
Büchern oder Zeitschriften, aber auch an Eingängen zu Kneipen und
Cafes, in denen Lesben und Schwule besonders willkommen sind. Zum
CSD (Christopher-Street-Day)
ist sie häufig präsent und auch an Rathäusern wird sie in einigen
Städten als Zeichen der Vielfalt der Lebensweisen und als Zeichen
für Solidarität und Akzeptanz gehisst. Zurück zur
Übersicht.
Regenbogenfamilie
Das Wort entstand in Anlehnung an die
Regenbogenflagge und bezeichnet eine
Familie, in der Kinder bei einem lesbischen oder schwulen Elternpaar
leben und von ihm erzogen werden. Die beiden weiblichen bzw.
männlichen Elternteile leben häufig in einer
Homo-Ehe / Eingetragenen Lebenspartnerschaft. In der
Bundesrepublik Deutschland leben in ca. jeder achten
gleichgeschlechtlichen Beziehung Kinder.
Die meisten Kinder in Regenbogenfamilien stammen aus einer
vorherigen heterosexuellen Beziehung. Zunehmend entschließen sich
aber auch lesbische Paare mit einem bekannten oder unbekannten
Samenspender und schwule Paare mit einer biologischen Mutter oder
Lesben und Schwule gemeinsam zu einer Familienplanung, diese wird
dann durch eine Adoption, oder eine Befruchtung zu Hause oder in
einer Klinik realisiert. So gibt es ganz unterschiedliche
Familienformen, in denen Kinder aufwachsen: Entweder bei zwei Vätern
oder zwei Müttern, bei einer Familie mit mehr als zwei Elternteilen
oder nur bei einem Elternteil.
Die rechtliche Lage von Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare
ist in Europa unterschiedlich. In Deutschland ist die Adoption eines
fremden Kindes als lesbisches oder schwules Paar nicht erlaubt, als
Einzelperson ist dies jedoch möglich, allerdings kann seit dem Jahr
2005 ein leibliches Kind von der Partnerin oder dem Partner durch
die Stiefkindadoption angenommen werden. Zurück zur
Übersicht.
Schwul
Als schwul wird die gleichgeschlechtliche Liebe und Sexualität
zwischen Männern bezeichnet. War ‚schwul’ ursprünglich ein
homophobes Schimpfwort, erfuhr es durch
die Schwulenbewegung der 1970er eine positive Umdeutung; es wurde
zur selbstbewussten Eigenbezeichnung, die sich heute, genau wie
‚lesbisch’, in der deutschen Sprache
durchgesetzt hat und auch in den offiziellen Sprachgebrauch
vorgedrungen ist.
Trotz der selbstbewussten Nutzung des Wortes wird ‚schwul‘ ebenso
wie ‚lesbisch’ häufig nicht als
gleichwertige sexuelle Identität
angesehen, sondern abwertend und somit diskriminierend verwendet.
Gerade in der Jugendsprache wird alles was schlecht, blöd,
langweilig oder anstrengend ist mit dem Wort ‚schwul‘ bezeichnet,
was deutlich macht, dass dieses Wort eine negative Bedeutung hat,
jedoch nicht unbedingt schwule Jungen oder ihre Lebensweise
beschreibt. Zurück zur Übersicht.
Sexuelle Identität
Das Konzept der sexuellen Identität bezeichnet das emotionale
und sexuelle Interesse einer Person an anderen Personen bzw.
potenziellen Partnern hinsichtlich deren Geschlechtes. In der Regel
werden drei Formen der Sexuellen Identität unterschieden:
Heterosexualität (die am häufigsten auftretende Form).
Bisexualität und
Homosexualität.
Dabei muss jedoch bedacht werden, dass die Übergänge zwischen den
drei Formen fließend sind, sich ändern können oder von den
betreffenden Personen als für ihr Selbstkonzept irrelevant
betrachtet oder abgelehnt werden, z.B. wenn eine Frau eine Frau
liebt, sich aber nicht als lesbisch. Zurück zur
Übersicht.
Szene
Als Szene bezeichnet man Treffpunkte, z.B. Partys, Chatrooms,
Gruppen, wo Menschen aufeinander treffen, die gemeinsame Interessen,
Hobbys oder Musikrichtungen teilen. Es gibt auch eine
Lesben-/Schwulenszene. Hierzu gehören Kneipen, Partys,
Jugendgruppen, Sportvereine etc. Viele Lesben und Schwule erleben
die Szene als Schutzraum, da sie z.B. als küssendes Frauenpaar in
einer Kneipe nicht unangenehm beobachtet oder diskriminiert werden.
Es ist meistens leichter, sich in der Szene über das eigene
Coming -Out
auszutauschen, da viele das Coming-Out durchlebt und ähnliche
Erfahrungen gemacht haben und auch immer wieder neu machen. Zudem
gestaltet sich die Partner_innensuche und erste Kontaktaufnahme
leichter, da in der Szene die Chance größer ist, auf potentielle
Partner_innen zu treffen. Durch die Lesben- /Schwulenszene wird
häufig die eigene Lebensweise gestärkt und das Gefühl zu einer
„Minderheit“ zu gehören nimmt ab. Wie in allen gesellschaftlichen
Gruppen gibt es aber auch Lesben und Schwule, die die Szene kritisch
betrachten und sich eher nicht zugehörig fühlen. Und auch die
Lesben- und Schwulenszene muss sich wie die Mehrheitsgesellschaft
mit ihren eigenen Ausgrenzungsmechanismen z.B. gegenüber lesbischen
und schwulen Migrant_innen oder Behinderten auseinandersetzen.
Zurück zur Übersicht.
Trans*
Der Begriff mit Stern ist eine aus der Selbsthilfe- und
politischen Trans-Bewegung stammende Selbstbezeichnungen, um
unterschiedliche Personen, wie transsexuelle und transgender
Menschen gleichermaßen einzuschließen, da diese die
unterschiedlichen Begriffe unterschiedlich für sich füllen oder sich
davon angesprochen fühlen. Der Begriff wird häufig im Internet
verwendet.
Transgender
1. Transgender wird als Oberbegriff für alle Personen verstanden,
für die das gelebte Geschlecht keine zwingende Folge des bei der
Geburt zugewiesenen Geschlechts ist. So zählen sich z.B auch
Cross-Dresser, bewusst androgyne
Menschen, Tunten,
Drag Kings und
Drag Queens dazu – jedoch meist nur dann, wenn das Überschreiten
der Geschlechtsrolle für sie nicht als Travestie (d.h.
Verkleidungskunst oder Show), sondern als Lebensstil angesehen wird.
2. Als Transgender bezeichnen sich Personen, die ihre
Geschlechtsidentität jenseits der binären Geschlechterordnung leben
und damit das Zwei-Geschlechter-System Frau/Mann in Frage stellen.
Zurück zur Übersicht.
Transsexuell
Transsexuell ist ein Mensch, der sich dem anderen als dem bei
Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlt. Transsexuelle haben
das Gefühl, dass ihr Körper nicht zu ihrer Identität passt und viele
streben danach, sich auch körperlich ihrer Geschlechtsidentität
anzunähern.
Neben medizinischen Maßnahmen wie z.B. Hormontherapie oder operative
Eingriffe, besteht die Möglichkeit nach dem Transsexuellengesetz den
Vornamen und auch den Personenstand (Geschlechtsvermerk in der
Geburtsurkunde) ändern zu lassen. Der Personenstand wird nur nach
einer operativen Geschlechtsangleichung geändert.
Es wird jedoch von Transsexuellen starke Kritik diesem Gesetz geübt
und eine Reform ist geplant. Der Bergriff Transsexuell leitet sich
u.a. aus dem medizinischen Begriff Transsexualismus ab, welcher eine
Geschlechtsidentitätsstörung beschreibt. Jedoch wird von immer mehr
Menschen die Ansicht vertreten, dass Transsexualität, genauso wenig
wie Homosexualität oder Heterosexualität keine Krankheit oder
Störung ist.
Der Begriff sagt nichts über die
sexuelle Identität der Person aus. Transsexuelle Menschen leben
und lieben sowohl heterosexuell als auch schwul, lesbisch oder
bisexuell. Zurück zur Übersicht.
Cross-Dressing / Transvestite / Drag-Queen / Drag-King (Drag, engl.:
Dressed as a girl / guy)
Diese Begriffe beziehen sich darauf, dass ein Mensch sich mit
Kleidung und sonstigen äußeren Attributen des anderen Geschlechtes
ausstattet z.B. wenn ein Mann sich ein Kleid anzieht und schminkt
oder eine Frau sich einen Bart aufklebt. Die Gründe dies zu tun
können ganz unterschiedlich sein: Um zu zeigen, dass
Geschlechtergrenzen fließend sind, für einen Bühnenauftritt oder als
Verkleidung bei einer Party. Manche Menschen finden es auch erotisch
Kleidung zu tragen, die üblicherweise von Menschen des anderen
Geschlechtes getragen werden. Einige nutzen Drag und Cross-Dressing,
als eine Möglichkeit, jenseits der binären Geschlechterordnung leben
zu können. Der Begriff Transvestit wird eher selten als
Selbstbezeichnung gewählt, da dieser u.a. von dem medizinischen
Begriff Transvestitismus abgeleitet ist und eine psychische Störung
beschreibt. Zurück zur Übersicht.
Materialien der Initiative
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